Und falls man gerade seinen
Polenurlaub in Stettin macht, kann sich während seines Spazierganges durch die Stadt, eine leckere Pause gönnen und sich einen traditionellen, polnischen Mittag im Restaurant „Bajka“ (Märchen) gönnen. Es ist im 1927 gegründete Traditionslokal, das ursprünglich eine Weinstube war. Heute bekommt man hier gebratene Ente mit Klößen und Rotkohl.
(Restaurant „Bajka“, Al.Niepodleglosci 30, Szczecin)
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Polenurlaub in Stettin – Herzlich Willkommen in Westpommern
Stettin ist mit 400 000 Einwohner, die Hauptstadt von Westpommern. Es ist auch die wichtigste Stadt Pommerns, voller Leben und Kultur. Sie liegt am Westufer der Oder, 20 km vor deren Mündung ins Stettiner Haff. Der Hafen von dieser Stadt hat neben Danzing und Gdingen sehr große Bedeutung für Polen. Ebenso ein Universität, viele Hochschulen, Theatern und zahlreiche Konzertsälen machen aus Stettin eine Kulturperle an der Ostsee. Zwei bis drei Stunden Spaziergang braucht man um den mittelalterlichen Stadtbereich mit zahlreichen Baudenkmälern und anderen Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Im Jahr 2000 entstand direkt am Fluss in der Altstadt eine Siedlung, die mit den Straßenverlauf der alten Bebauung angepasst wurde. Es wurden hier Häuser mit historisierendem Stil gebaut, die man entlang des Flusses bewundern kann.
Falls man eine Stadtbesichtigung geplant hat, ist am besten wenn man seinen Spaziergang auf der Vorzigerstraße Stettins (der ehemaligen Hakenterrasse) beginnt. Heute heißt die Straße Waly Chrobrego, Anfang des 20. Jh wurde sie Hakenterrasse genannt, nach dem Stettiner Oberbürgermeister Haken, weil er sie einlegen ließ. Von der Uferpromenade hinauf führt die Straße zu drei Sehenswürdigkeiten, die man hier besuchen kann. Der Woiwodschaftssitz, der im Renaissance Stil gebaut wurde, das Schiffahrtmusem, in dem die großen Architekturleistungen der Menschheit dargestellt wurden (darunter auch der Kölner Dom) und der ehemaligen Landesversicherungsanstalt, wo die Marienhochschule Aufnahme fand.
Ein Stückchen weiter kann man die Anlegestelle der Ausflugsschiffen finden und sich eine kurze Fahrt gönnen. Diese Schiffe fahren auch längere Strecken in das Hafengelände mit unglaublich vielen Kanälen weiter bis zum Dammschen See. Hier im Jahr 1894 hat man der Bau des hafens zwischen den beiden Oder-Armen begonnen. Es war damals neben Kopenhagen, der größte Freihafen an der gesamten Ostsee.
Der Weg entlang der Ufer führt zur spätgotischen Kirche von Peter und Paul. Es sollte die erste Stettiner Kirche sein, wo in 1124 der hl. Otto von Bamberg seine erste Missionsreise predigte. Diese kleine Kirche wurde mit Glasursteinen verziert und die Außenwände mit männlichen und weiblichen Terrakottaköpfen geschmückt. Es ist nicht Möglich das Schloss der Herzöge von Pommern nicht zu besuchen. Das Gebäude verbindet Gotik, Renaissance und Barock und wurde im August 1944 bei Flächenbombardements total zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1980 und als Vorlage hat hier ein Stich des Baslers Matthäus Merian des Jüngeren (1621 – 1687) gedient. Heute ist die Burg ein Zentrum für kulturellen Veranstaltungen und ein Museum. Unterhalb des Schlosses findet man noch ein Gebäude. Es ist der Siebenmantelturm, der Mitten in der Wiese steht. Er wurde zwischen 14 und 17 Jh als Befestigungsanlage gebaut.
Weiter auf dem Weg findet man ein typisches Bürgerhaus aus der Übergangszeit von Gotik und Renaissance. Interessant an dem Gebäude ist, dass es von dem Schweizer Abraham Dudendorf gebaut und nach ihm genannt wurde. Im 15 und 16 Jh gehörte der Hof zu der Familie Loitze, die imposant reich war. Sie gab dem König Sigismund II (der letzte Jagiellon auf dem Thron) einen sehr großen Kredit und ging später leider daran Bankrott.
Das alte Rathaus findet man nur wenige Minuten vom Schloss entfernt. Heute dient das Gebäude als Sitz des Landesmuseums. Das Museum entstand im Jahr 1927, bis 1942 war auch ohne größerer Einschränkung geöffnet. Später aus Angst vor Bombenangriffen haben die Mitarbeiter des Museums nach und nach bestimmte Exponate in pommersche Burgen, Schlösser oder Tresore ausgelagert und im 1944 auf Anweisung von Direktor des Museum wurden weitere Ausstellungstücke aus den Magazinen auf dem Speicher in den Keller gebracht, wo sie in Kisten verpackt wurden. Während dieser Arbeiten gab es am 6.1.1944 eine Bombardierung, sodass auch das Museum getroffen wurde und einige Exponate wurden durch die Flammen vernichtet.
Die wichtigste und gleichzeitig bedeutendste Kirche der Stadt ist die Jakobkirche. Sie dient seit 1945 als Bischofssitz. Die Bauarbeiten, die im 14 Jh. begonnen wurden, haben fast 200 Jahren gedauert. Leider wurde die Kirche auch teilweise während der II Krieg bombardiert, sodass sich nur der Chor und ein paar Teile des Turmes gerettet haben. Ein Turm wurde später ohne seine 119 m hohe Spitze aus dem 19 Jh. wieder aufgebaut.
Das Berliner Tor aus dem Jahr 1771 findet man auf dem ehemaligen Hohenzollernplatz. Heute heißt er Plac Zwyciestwa. Der holländische Architekt Cornelius von Wallrave hat das und noch ein andern Tor in Stettin gebaut. Die Inschrift, die man auf beiden Toren findet, erinnert an den Kauf Stettin, als 1720 der Preußenkönig Fridrich Wilhelm I die Stadt von den Schweden erwarb.